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Siebdruck – vielseitige und bewährte Drucktechnik

Der Siebdruck ist eine der bekanntesten Druckmethoden. Diese Technik kann auf vielen Materialien angewendet werden, darunter Papier, Karton, Folie, Metall und sogar geformte Objekte. Besonders die Textilindustrie trug maßgeblich zur Popularität dieser Methode bei. Siebdruck eignet sich ideal zum Bedrucken großer, flacher Flächen mit Siebdruckfarben.

Was ist ein Sieb?

Das wichtigste Element des gesamten Prozesses – wie der Name schon sagt – ist das Sieb. Aber was genau ist das? Der Siebdruck beginnt immer mit der Vorbereitung eines Siebes: einem Aluminiumrahmen, auf den ein spezielles Gewebe gespannt wird. Dieses Gewebe spielt eine zentrale Rolle – durch das Abdecken der nicht druckenden Bereiche entsteht eine druckfertige Schablone. Die Farbe wird anschließend durch die offenen Maschen gepresst. Üblicherweise enthalten die verwendeten Gewebe zwischen 100 und 150 Fäden pro cm².

Das Abdecken der nicht druckenden Flächen kann auf verschiedene Weise erfolgen:

Der Rakel

Ein weiteres unverzichtbares Werkzeug ist der Rakel – ein Gerät, das die Farbe durch das Sieb direkt auf das Druckmaterial presst. Je nach Auftrag kann der Rakel verschiedene Größen haben. Er besteht meist aus Kunststoff, einem flexiblen Streifen und einem Griff. In der Fachsprache wird er auch als Abstreifer bezeichnet.

Farben im Siebdruck

Im Siebdruck werden hauptsächlich zwei Farbtypen verwendet: Wasserbasierte Farben und Plastisolfarben. Erstere enthalten kein PVC und kein Formaldehyd – ein großer Vorteil. Sie ermöglichen das Drucken mit sehr feinen Sieben und bieten zugleich eine hohe Farbintensität. Plastisolfarben hingegen zeichnen sich durch ihre höhere Viskosität aus, wodurch sie auch weniger saugfähige oder unebene Oberflächen effektiv abdecken. Ein weiterer Pluspunkt: sie trocknen während des Druckprozesses nicht auf dem Sieb – das erhöht die Produktionsgeschwindigkeit deutlich.

Darüber hinaus werden im Siebdruck auch weniger verbreitete Farbtypen eingesetzt – darunter Lösungsmittelfarben, UV-Farben oder spezielle Siebdruckklebstoffe. Diese ermöglichen den Druck auf unterschiedlichen Materialien und erweitern die kreativen Möglichkeiten dieser Technik.


Druckprozess im Siebdruck – einfach, präzise und effizient

Der Druckprozess im Siebdruck ist ein einfacher, aber präziser Vorgang, bei dem die Farbe durch das Gewebe gepresst wird. Auf der Oberfläche des Siebes wird Farbe verteilt, und durch das Bewegen des Rakels wird sie durch die offenen Maschen des Gewebes direkt auf das Druckmaterial gedrückt. Bei runden Objekten läuft der Prozess etwas anders ab – hier bleibt der Rakel stehen, während sich das Sieb und das bedruckte Objekt gleichzeitig drehen.

Die neuesten Siebdruckmaschinen verfügen über Servoantriebe, die die Bewegung des Siebes und des zu bedruckenden Objekts synchronisieren. Dies gewährleistet eine gleichmäßige Farbübertragung und höchste Präzision auch bei Serienproduktionen.

A – Farbe, B – Rakel, C – offener Teil des Gewebes, D – durch die Schablone abgedeckter Bereich, E – Siebrahmen, F – grafischer Abdruck

Geschichte des Siebdrucks

Die Geschichte des Siebdrucks begann in Japan. Bereits im 17. Jahrhundert wurde diese Technik zur Verzierung von Kimonos verwendet. Als Pioniere gelten Yuzensai Miyasaki und Zisukeo Hirose – der eine nutzte die Technik zum Dekorieren von Stoffen, der andere entwickelte die Schablone namens „Katagami“. Wie heute wurde das Motiv auf ein Gewebe aus menschlichen oder tierischen Haaren übertragen, das auf einen Holzrahmen gespannt war. Auf den Fidschi-Inseln wiederum nutzte man Bananenblätter zur Herstellung solcher Schablonen – ein faszinierendes Beispiel kultureller Kreativität.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs entwickelte sich der Siebdruck rasant in den USA. Besonders John Pilsworth aus San Francisco revolutionierte das Verfahren, indem er eine Methode zum Mehrfarbendruck von einer einzigen Form entwickelte. Ein weiterer Meilenstein war die Erfindung des Schellackfilms „Profilm“ durch Louis F. D’Autremont, der die Herstellung von Schablonen erheblich vereinfachte. Kurz darauf brachte Joseph Ulano den Cellulosefilm auf den Markt, der – bemerkenswerterweise – bis heute im Einsatz ist.

Im 20. Jahrhundert erreichte der Siebdruck auch Europa und wurde schnell als vielseitige Drucktechnik etabliert. Kurz darauf fand die Serigrafie auch als künstlerische Ausdrucksform ihren Weg in Schulen und Ateliers. In Polen spielte der Siebdruck in den 1970er- und 1980er-Jahren eine wichtige Rolle im Untergrunddruckwesen.

Heute existiert in Polen der Polnische Verband für Siebdruck und Digitaldruck mit Sitz in Krakau (früher Verband der Polnischen Siebdrucker). Diese Organisation fördert aktiv die Wissensvermittlung im Bereich Siebdruck und veröffentlicht regelmäßig Branchenneuigkeiten. Darüber hinaus ist sie Mitglied der internationalen Vereinigung FESPA.